Artemisa vulgaris (Auszug aus dem Medizinisch-Astrologischen Repertorium)
Artemisa vulgaris
Deutscher/Englischer/Französischer Arzneiname
Beifuß, Besenkraut, Gänsekraut, Gürtlerkraut, Johannisgürtel, Jungfernkraut, Männerkrieg, Muggert, Mugwurz, Schosswurz, Sonnwendkraut, Sonnenwendgürtel, Weiberwurz, Roter Bock, Weißer Bock.
mugwort, felon herb
armoise, herbe Saint-Jean
amarella
¢rtemis…a, p£rqenij (Kraut der Jungfer, Artemis)
Zubereitungsformen
Homöopathisch
Phytotherapeutisch als Tee oder Fußbad
Moxakraut in der chinesischen Akupunktur
Sitzbad für Frauen
Talisman
Inhaltsstoffe der Arznei - Botanik
Cineol, Thujon, Stigmasterin
Thermische Eigenschaften
warm und trocken
Geschmackseigenschaften
würzig-aromatisch, bitter
Geschichte der Arznei
Bereits in der Steinzeit von den Menschen verwandt. Die Pflanze erweist sich als besonders zäh, da sie auch unter unwirtlichen Verhältnissen wächst und gedeiht. Bei den Indianern mußte derjenige in Beifuß baden, der ein Tabu verletzt oder einen Fetisch berührt hatte, denn diese Pflanze macht schlechte Medizin unwirksam und vertreibt alle schlechten Einflüsse. Kriegs- und Jagdwaffen wurden einst mit dieser Pflanze rituell gereinigt.
In der Antike und im Mittelalter als überaus wirksame Arznei in der Frauenheilkunde (Fruchtbarkeit, Geburt, Menstruation) benutzt. Artemisa vulgaris war nach der Göttin Artemis benannt. Das griechische Wort artemisia bedeutet „Unversehrtheit“ und deutet auf die Keuschheit der Göttin, die auch in Griechenland die Schützgöttin der Jungfrauen war. Im Orient wurde sie als die Herrin der Amazonen betrachet, in Italien galt sie als die Hexengöttin (Diana genannt) und in der Neuzeit avancierte sie zur Göttin der Frauenbewegung. Als Zaubermittel wurde Beifuß dazu benutzt, vor Verhexung, bösen Geistern, Blitzschlag und Feuergefahr zu schützen. An die Füße gebunden, sollte Beifuß den Wanderer vor Ermüdung schützen und außerdem vor den Bissen von Hunden und Schlangen (daher auch der Name Beifuß). Darüberhinaus wurde sie auch bei den freudigen Sonnenwendfesten, bei denen das Sonnenwendfeuer entzündet und bei denen getrunken, musiziert und getanzt wurde, verwendet. Storl schreibt in seinem Buch „Heilkräuter und Zauberpflanzen“: „In heidnischen Zeiten entledigten ihrer alltäglichen Bekleidung, sie umgürteten sich mit Beifußzweigen und flochten Blumen und Gundermannkränze ins Haar. Man verschmolz mit der anderen, der magischen Wirklichkeit und hatte Teil am göttlichen, kosmischen Geschehen. Einander fest an den Händen haltend, sprangen Liebespaare durch die lodernde Lohe in die zweite Hälfte des Jahres hinein. Oft verbrachten sie die Nacht unter freiem Himmel, auf ein Liebeslager aus Beifuss und duftenden Johanniskräutern gebettet, denn auch dieses Fest diente dem Leben und der Fruchtbarkeit.“
Sie ist mit Wermut (Absinth - Artemisia absinthium - Absinthium homöopathisch), Eberraute (Artemisia abrotanum - Abrotanum homöopathisch) und Estragon (Artemisia dracunculus) verwandt.
Astrologische Konstellation
MA/PL/SA und MO/PL
Ätiologie
Folgen von heftigen Gemütsbewegungen und Schreck (MA/PL, MO/PL)
Schlag auf den Kopf (MA/SA)
Unterdrückte Sexualität und Sinnlichkeit (MA/PL/SA und MO/PL)
Essenz der Erlebensform
Öffnung des Bewußtseins für die eigenen Gefühle und die innere Stimme (MO/PL)
Hingabe und ungehemmtes Ausleben der Sexualität (MO/PL)
Wahrnehmung und Erkennen der Wahrheit und Wirklichkeit ohne die eigenen seelischen Bedürfnisse dabei zu unterdrücken (MA/PL/SA und MO/PL)
Essenz der Erleidensform
Extreme Verdrehung der Aufnahmefähigkeit des Bewußtseins in einer Art innerem Krampfzustand (MA/PL und MO/PL)
Aufgrund hoher moralischer Ansprüche, die einen selbst geißeln, wird die Sexualität und Sinnlichkeit unterdrückt und manifestiert sich als Schattenbild auf verschiedenen Seins-Ebenen (MA/PL/SA und MO/PL)

Empirisch-homöopathische Essenz
Bis heute leider keine bekannt. Schon Hahnemann schrieb in seinem Apothekerlexikon: „Dieses mächtige Kraut erwartet noch einen Beobachter, der dem speziellen Gang seiner eigentümlichen Wirkungsart sorgfältiger nachspürt.“
Spirituelle Symptomebene (C4)

Geistige Symptomebene (C3)
Aufnahmefähigkeit, gestörte (MA/PL und MO/PL)
Bewußtlosigkeit nach Konvulsionen (MA/PL und MO/PL)
Bewußtseinsverlust über die reale und physische Welt (MA/PL)
Kleptomanie
Realitätsverlust (MA/PL)
Sinnestäuschungen (MA/PL)
Zorn (MA/PL/SA)
Seelische Symptomebene (C2)
Emotionalität, extreme (MO/PL)
Gefühlsstau im Bauchraum (MO/PL)
Hysterie (MO/PL)
Reizbar, mürrisch, verdrießlich (MO/PL)
Seelenleben, überaktives ohne Zusammenhang mit der physischen Welt (MA/PL und MO/PL)
Körperliche Symptomebene (C1)
Abort der Frucht
Augen starren (MA/PL/SA)
Bauchkrämpfe (MA/SA)
Darmwürmer
Epilepsie - Petit mal (MA/PL/SA)
Gebärmutterkontraktionen in der Schwangerschaft (MA/SA und MO/PL)
Harnverhaltung (MO/PL)
Krämpfe und Konvulsionen der Extremitäten (MA/SA)
Krämpfe, einseitig (MA/SA)
Krämpfe, einseitig, andere Seite gelähmt (MA/SA)
Menstruation spärlich und unregelmäßig (MO/PL)
Placenta, Nachgeburt kommt nach der Geburt nicht heraus
Schaum vor dem Mund (MA/PL und MO/PL)
Schlaflosigkeit und komatöser Schlaf
Schwäche oder Übermüdung in den Füßen nach langem Gehen oder Krankheit
Schweißgeruch nach Knoblauch
Schwindel durch Sehen von farbigem Licht
Unfruchtbarkeit (MO/PL)
Zähneknirschen (MA/SA)
Zungenbiß mit Krämpfen in der Zunge (MA/PL und MO/PL)
Verschlechterung durch

Verbesserung durch

Abneigungen

Vorlieben

Symptomatische Vergleichsmittel
Bryonia (MA/CH/UR)
Inhaltliche Vergleichsmittel
Apis (MA/ME/PL/SA)
Belladonna (MA/MO/PL)
Chamomilla (MA/MO/SA)
Cina (MA/MO/SA und MA/MO/UR ??)
Lyssinum (MA/PL/SA und SO/PL/UR)
Ruta (MA/CH/SA/UR und MA/NE)
Urtica (MA/PL/SA und MO/UR)
Antidote
Artemisia antidotiert die Wirkungen von Opium
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