Lehrbrief zur Astromedizin Teil 1
Astromedizinkurs - 1. Kapitel
D: (=Dozent)
Ich werde jetzt einen kleinen Einführungsvortrag darüber
halten, was die Astromedizin generell zu leisten vermag oder worin sie
besteht. Ich selbst habe Astrologie nach der Münchner Rhythmenlehre
gelernt und bin dadurch auch sehr stark durch Wolfgang Döbereiner
und seine Münchner Rhythmenlehre beeinflußt, insofern baue ich
in diesem Kurs sehr auf die Astrologie von ihm auf, allerdings weiche ich
auch in einigen Teilen von ihm ab.
Was wir z.B. auch machen werden, sind Bachblüten und Akupunktur,
das sind Bereiche, die Wolfgang Döbereiner (noch) nicht berührt
hat in seinen Büchern.
H: (=Hörer)
Was mich interessieren würde, hast du bei Wolfgang Döbereiner
gelernt?
D:
Nein ich habe nicht bei ihm gelernt, sondern aus seinen Büchern.
Wolfgang Döbereiner ist dafür bekannt, daß er sehr
abstrakt formuliert,man braucht eine gewisse Zeit um dahinter zu steigen,
es zu verstehen. Es ist auch so, daß ich in dem Vortrag, den ich
halten werde, eine andere Philosophie vortragen werde. Wolfgang Döbereiner
hat da eine teilweise sehr schwer verständliche Philosophie, teilweise
kann ich das auch nicht nachvollziehen und stehe auch nicht dahinter. Ich
komme eben aus dieser Richtung, habe mich aber weiterentwickelt und eigene
Erfahrungen gesammelt.
„Astra inclinant non necessitant“, das ist also ein alter astrologischer
Spruch: Die Sterne machen geneigt, aber sie zwingen nicht, das wäre
auch das Thema, das hier im Zentrum des Vortrages steht, weil gerade in
der Medizin eine Willensfreiheit eine ganz große Rolle spielt, denn
die Willensfreiheit kann darüber entscheiden, ob man krank oder gesund
ist. Darauf werde ich noch eingehen. Astrologie, mal ganz weit ausgeholt,
ist die Lehre des Zusammenhangs der Sphäre der Sterne und der Sphäre
des irdisch Materiellen. Also die Prinzipien der Sternenwelt werden mit
den Prinzipien des Realen, mit dem menschlichen Mikrokosmos in Verbindung
gebracht. Begründer der Astrologie soll ja nach der Überlieferung
der antike Götterbote Hermes gewesen sein. Die Medizin wiederum ist
die Lehre der Entstehung, Erkennung und Heilung von Krankheiten, deren
Begründer war Asklepios, dessen Symbol die Schlange ist, das ist auch
noch das berühmte Schlangenzeichen der Apotheken, das wir kennen,
der Äskulap. Paracelsus selbst, einer der größten Ärzte
des ausgehenden Mittelalters, hat mal geschrieben, daß die vier Säulen
der Medizin folgende sind:
Zunächst mal die Philosophie, wobei er unter Philosophie nicht
das verstand, was wir heute gemeinhin unter Philosophie verstehen, sondern
mehr eine Art Naturerkenntnis, also einfach die Natur beobachten und darüber
philosophische Rückschlüsse zu ziehen und weniger abstrakte Denkmodelle.
Dann kommt die Alchemie, d. h. die Lehre von der Zubereitung der Arzneien,
was wir heute unter der Arzneimittelherstellung verstehen, aber natürlich
auch die Veredelung der Arzneien sowie des Menschen. Dann die Virtus, d.
h. die Liebe, die Tugend des Arztes zum Patienten und zuletzt die Astrologie,
d. h. die Sternenkunde. Das waren also die grundlegenden vier Säulen,
die er konstatiert hat. Wie ist Paracelsus auf die Idee gekommen, daß
die Astrologie eine der Säulen der "guten Medizin" oder der Medizin
schlechthin ist? Dazu muß man wissen, daß Astrologie in erster
Linie eine Kunst ist, die Erkenntnisse zu bringen vermag, und zwar in verschiedenster
Richtung. Man weiß allgemein, daß Astrologie eingesetzt werden
kann, um den Charakter zu deuten, für die Berufswahl, Berurteilung
der finanziellen Situation, partnerschaftliche Angelegenheiten können
gesehen werden, familiäre Angelegenheiten. Wenn man ein guter Astrologe
ist, versteht man in der Regel auch, Träume sehr gut zu deuten, weil
das Symbol des Traums auch das Symbol der Astrologie ist, das hängt
unmittelbar zusammen. Dann zur Beantwortung diverser Fragen, Wetterprognosen
können damit gestellt werden, man kann günstige Zeitpunkte für
bestimmte Unternehmungen wählen, man kann damit in die Zukunft vorausschauen.
Wirtschaftsastrologie ist ein Thema, Berechnung günstiger Aussaat-
und Gartenbauaktivitäten, also Zeiten in denen man beispielsweise
pflanzen und ernten soll, umtopfen soll. Ebenso Berechnung weltpolitischer
Entwicklung und eben last but not least, die Astromedizin, wobei diese
mit der Astrobiologie verwandt ist, der Lehre von der Schwangerschaft und
was damit zusammenhängt. Wir können also noch einmal zusammenfassen:
"Astrologie bedeutet, der Makrokosmos des Himmels findet sich im Mikrokosmos
des Menschen wieder." Das ist eigentlich das, was Paracelsus gesagt hat,
daß also die Sternenwelt sich in der Welt des Menschen, bzw. des
menschlichen Körpers wiederfindet. Wir haben die Möglichkeit,
die Sternenwelt zu beobachten, d. h. einen Blick in den Himmel werfen und
wir können mit dem bloßen Auge oder mit Instrumenten sehen,
was dort passiert. Wenn wir davon ausgehen, daß das, was im Sternenhimmel
passiert auch im menschlichen Körper passieren kann, bzw. daß
eine Relation gegeben ist, wenn wir es verstehen, es richtig zu interpretieren
- und das ist ja genau der Knackpunkt in der Astrologie und was eben einen
guten Astrologen auszeichnet - dann können wir natürlich auch
Diagnosen stellen, bzw. einfach über das biologische, das somatische,
das psychosomatische Geschehen, also die Krankheiten des Menschen Aussagen
treffen.
Im Laufe des Vortrags will ich jetzt einmal kurz in die Grundphilosophie
der Astromedizin einführen und erste Einblicke geben, wie damit gearbeitet
wird, was man damit machen kann. Wir haben jetzt hier z. B. das Horoskop
der Welt, das ist überliefert aus der Antike, es ist das "Thema mundi"
oder "mundi Thema" und es findet sich bei Firmicus Maternus, ein Astrologe
aus dem 4.Jahrhundert nach Christus und der hat das z. B. in seinem "Matheseos
Libri Octo" überliefert.
Wird an gleicher Stelle fortgesetzt. Wer den Fortgang schon eher
erfahren will, sei auf den dritten Band des Medizinisch-Astrologischen
Repertoriums verwiesen.