SEPIA

Sepia hat eine starke Wirkung auf die weiblichen Fortpflanzungsorgane und ist deshalb als Frauenmittel bekannt. Es wirkt aber auch bei vielen anderen Beschwerden und ebenso beim Mann. Sepia untergräbt die natürliche Fähigkeit zu Liebe und Zuneigung. Obwohl auch viel Sorge um die Familie vorhanden sein kann, ist eine Gleichgültigkeit gegen die Familie oder andere geliebte Personen typisch. Auch die Geschäfte und berufliche Dinge interessieren den Kranken nicht. Zu diesem Desinteresse kommt noch körperliche und geistige Trägheit und Langsamkeit. Trost verschlechtert diese Zustände und ist deshalb unerwünscht (Nat-m., Ign.). Der Kranke ist gereizt, gleichgültig und apathisch. Er weint viel, auch grundlos, oder wenn er seine Symptome erzählt. Auch das Weinen wird durch Trost verschlechtert. Ein andere Sepiazug ist Pedanterie, wenn es um Kleinigkeiten geht. Es besteht auch Reizbarkeit, besonders vor den Menses. Patienten, die Sepia benötigen haben oft dunkle Haare (auch brünett oder rot), eine dunkle Haut und straffe Faser. Auf der Haut finden sich braune Flecke, zum Beispiel in Form von Sommersprossen oder einem gelben Sattel auf der Nase. Das Gesicht kann auch gelblich oder blass sein, am Hals finden sich rote Flecke, bei Erregung auch im Gesicht. Wenn es durch die allgemeinen Symptome angezeigt ist, heilt Sepia verschiedene Hautausschläge, zum Beispiel Ekzeme in den Gelenkbeugen, Hautausschläge in Hautfalten (Intertrigo) oder Lippenherpes. Viele Beschwerden kommen im Zusammenhang mit der Menstruation vor, zum Beispiel: Frösteln vor den Menses, Schmerzen des Uterus zwischen den Menses, Nasenbluten anstelle der Menses oder bei unterdrückter Menstruation, u.v.a. Auch in der Schwangerschaft entwickeln sich viele Beschwerden: Obstipation, die Patientin wird oft ohnmächtig, es kommt zu Übelkeit und Erbrechen (Galle oder milchige Flüssigkeit, schon der Geruch oder der Gedanke an das Essen ist unangenehm), besonders morgens. Es entwickeln sich Krampfadern und es kommt zu Wadenkrämpfen, auch Zahnschmerzen kommen in der Schwangerschaft vor. Nach der Entbindung fallen die Haare aus (Sepia neigt generell zu Haarausfall) und Stillen ist für die Patientin unangenehm und verschlechtert ihre Symptome. Ein Symptom, das an Sepia denken lässt ist ein dicker Bauch bei Müttern. Andere Symptome der Geschlechtsorgane sind: Fluor bei kleinen Mädchen, der Fluor rinnt gußweise die Beine herab. Die Vagina ist trocken und der Koitus ist schmerzhaft (Nat-m.). Der Uterus prolabiert (fällt vor) und die Patientin muß sich deshalb setzen und die Beine überkreuzen. Dieses Abwärtsdrängen ist typisch für Sepiabeschwerden und kann sich auch in einem Herabsinken der Oberlider (Ptosis) oder in einem Abwärtsdrängen von anderen Organen äußern. Andererseits gibt es auch den Symptomenverlauf nach oben (Schmerzen im Kopf gehen nach oben, Schmerzen im Anus gehen nach oben, Schmerzen in der Vagina gehen nach oben, Kälte- und Hitzewallungen gehen nach oben), oder auch nach außen. Eine andere charakteristische Empfindung ist ein Leere- und Schwächegefühl in der Magengegend. Eine weitere typische Empfindung ist ein Ball- oder Kloßgefühl in inneren Organen, zum Beispiel im Rectum (nicht besser durch Stuhlgang), oder im Hals. Der Hals, wie auch der Leib sind sehr empfindlich gegen Berührung oder Kleiderdruck (zum Beispiel durch einen Kragen), daß manche Patienten keine Kette am Hals ertragen. Ein wichtiges Sepiasymptom ist die Besserung vieler Beschwerden durch starke körperliche Anstrengung. Asthma wird zum Beispiel durch tanzen gebessert. Andere Modalitäten: Schlaf bessert, auch wenn es nur ein ganz kurzer Schlaf ist. Den Patienten geht es schlechter, wenn Schnee kommt. Auch am Meer fühlen sie sich nicht wohl, sie werden dort sogar krank. Sepia hat einen schlechten Kreislauf und so kommt es zu Ohnmacht, zum Beispiel durch Nasswerden, durch Fahren in einem Wagen oder beim Knien in der Kirche. Dabei kann der Kranke erst extreme Hitze, dann Kälte verspüren. Im Bezug auf Speisen findet man bei Sepia: Abneigung gegen Brot, Fett und Fleisch. Abneigung und Verschlechterung durch Milch. Verlangen nach Süßigkeiten und Schokolade.

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